Wo BĂŒrokratie hinfĂŒhrt… BundeswehrfunkgerĂ€te fĂŒr 20.000€ statt ein paar Hundert

Könnnte ich so dolle mit dem Kopf schĂŒtteln, wie es diese Geschichte im Blog Augen geradeaus, das ĂŒber die Bundeswehr berichtet eigentlich verlangt, wĂŒrde er abreißen.

tl;dr

Die Bundeswehr lÀsst FungerÀte aus den 80ern nachbauen, weil die alten so langsam kaputt gehen und die neuen, digitalen noch nicht einsatzbereit sind. Das Ding ist:

Ein FungerĂ€t kostet nun rund 20.000 Euro macht bei 30.000 StĂŒck Gesamtkosten von 600 Millionen.

Da mein Kopf noch dran ist, möchte ich ihn auf den Tisch hauen. DOLL.

Das tut SO WEEEEEH. Das MUSS doch anders gehen.

Du brauchst nicht fĂŒr alles eine Content Strategie

Jau ich weiß, klingt jetzt ein bisschen wie „Oppa erzĂ€hlt vom Krieg, als wir noch mit Holzshcuhen ins Internet gegangen sind und danach ncoh 10 Stunden auf dem Feld mitgeholfen haben“.

Das schlimme ist ja:

Ich selber ertappe mich auch immer wieder dabei. Deswegen gebe ich jetzt dem Impuls einfach mal nach, es direkt aufzuschreiben.

Zerdenk nicht immer alles!

Können wir bitte mal wieder dahin zurĂŒck kommen, dass es OK ist, etwas ins Internet zu schreiben, weil es uns gerade durch den Kopf geht?

Weil wir Feedback und Meinungen dazu zurĂŒck bekommen möchten?

Weil wir den Gedanken einfach nur fĂŒr unser zukĂŒnftiges Ich festhalten möchten? „Hey zukĂŒnftiger Alex: Diesen Gedanken hattest Du schonmal! Wie hat er sich seitdem fĂŒr Dich weiter entwickelt?“

Das ist ein Grund, warum ich das Konzept Blog mittlerweile fĂŒr mich in Digitalen Garten umgeframed habe.

Einer meiner Nachbarn ist KĂŒnstler. Und ab und an stellt er einfach etwas in seinen Garten und wartet die Reaktionen ab. Manchmal ist es ein random Gegenstand, manchmal eines seiner in mĂŒhevolelr Kleinarbeit aus Styropor geschnitzten Kunstwerke wie ein 1,20 hoher Turm, der schwer an eine Kulisse aus Game of Thrones oder Herr der Ringe erinnert, aber dann ganz unten ein kleines Arbeitsamt-Schild trĂ€gt. Und diesen Modus Operandi habe ich lange genug beneidet 🙂

Ich stelle eben Pixeltext gewordene Gedanken in meienn Digitalen Garten

Viel zu viele machen sich viel zu vielere Gedanken darĂŒber, ob jener Beitrag gerade in die Content Strategie passt oder auf die Personal Brand einzahlt. Das kann ja sogar kontraproduktiv sein.
Immer nur den Kram zu posten, der in das Korsett einer persönlichen Marke oder einen Content Plan passt, schrÀnkt total ein. Mich jedenfalls.
Dazu sind meine Interessen und mein Alltag zu abwechselungsreich.
Hat aber auch fast 47 Jahre gedaudert, bis ich das akzeptiert habe.

FĂŒr mich ist die Rechnung ganz einfach:
Wenn irgendwann irgendwer irgendwas mit diesem Text hier anfangen kann. Nur eine Person. Dann ist das schon viel wert. Und es kann sogar sein, dass diese Person ich selber bin.

Und warum schreibst Du es Dir dann nicht privat auf?
Danke JĂŒrgen.
Super Frage.
Ganz einfach:
Weil ich mir Möglichkeiten offen halten will, jemand passenden, den der Gedanke gerade ebenso beschÀftigt, anzuziehen.

FĂŒr alle anderen gilt: BITTE WEITER GEHEN, HIER GIBT ES NICHTS ZU SEHEN.

Ich bin mir manchmal nichtmal sicher, ob die einfachen Möglichkeiten ins Internet zu publizieren nun Fluch oder Segen sind. Mit dem entsprechend wirksamen Filter fĂŒr Schrott und Schwurbel, einem gut funktionieren Entdecker-Algorithmus und einem gehörigen Schuss SerendipitĂ€t geht es eigentlich. Trotzdem sehne ich mich manchmal in die 2000er zurĂŒck, als die technischen HĂŒrden noch so hoch waren, dass sie einen natĂŒrlichen QualitĂ€tsanspruch gewĂ€hrleitet haben.

2 Methoden to rule them all

Ich halte auf zweierlie Weisen auseinander, was fĂŒr mich Blog ist und was Digitaler Garten:

  1. Ersteres veröffentliche ich auch in meinen Social Media KanÀlen, um Resonanz zu erzeugen und schneller Feedback zu bekommen. Letzteres steht hier zwar öffentlich zu lesen, köchelt aber erstmal nur auf kleiner Flamme vor sich hin, bis ich es soweit ausgebaut habe, dass ich es breiter veröffentliche
  2. Kuratieren und verlinken. Meine Digitalen Garten Gedanken verlinke ich untereinander sehr viel stĂ€rker, um daraus ein Netz von Gedanken zu spinnen. BlogbeitrĂ€ge beziehen sich eher auf Ă€ußere Impulse und AnlĂ€sse, bei denen ich lange nicht so hart ĂŒber interne Verlinkungen nachdenke.
    Irgendwann werde ich auch einzelne Seiten gezielt (fĂŒr mich) als Einstiegspunkte in diese Seite zusammen stellen (kuratieren).

Und ganz wichtig:

Es muss mir Spaß machen, hierdrin zu schreiben und zu arbeiten. Ich wĂŒnsche mir sehr, eine Veröffentlichungsfunktion aus Obsidian ins WordPress zu haben. Wird es bestimmt irgenwann auch mal geben. Im Moment ist da noch ganz viel Handarbeit zu tun, um aus dem einen Tool ins andere zu ĂŒbertragen.

Irgendwas is ja immer.

Aber wozu das Ganze?

🧠 ich will ein digitales Zweithirn.

Ein digitales Zweithirn auf das nicht nur ich sondern auch andere zugreifen können.

Und das braucht einerseits technische Strukturen um zu funktionieren, andererseits kreative Freiheiten ĂŒber Facebook, Twitter, Instagram, YouTube hinaus, um die eigenen Ideen und Gedanken so abbilden zu können, wie sie uns in den Sinn kommen.

FuT – Fokus und Tun 😀

Aphantasie – Kannst Du dir einen roten Stern vorstellen?

Also ernsthaft jetzt. 🙂

Stell Dir mal einen roten Stern vor.

Wie sieht der dann aus?

So?

Oder eher so?

Vielleicht auch eher so?

Oder nur ein Umriss?

Selbst die Umrisse eher schwach?

Oder so: Nix.

Ich bin ganz klar Bild 1.

Das heißt nicht, dass ich keine Phantasie habe, wie der Name vielleicht vermuten lassen könnte. Nur eben keine Phantasie fĂŒr Bilder.

Ich bin da eher der Textmensch. Bewegungen, Konzepte, GerĂŒche.
So wie wenn man als blinder oder tauber Mensch eben auch andere Sinne stÀrker ausbildet.

Aber keine Bilder.

Als ich den Test (ĂŒbrigens dank SerendipitĂ€t) mit den Sternen entdeckt hatte und in meinem Umfeld vor einigen Monaten gemacht habe, fand ich die Reaktionen sehr spannend. Das ich keine Bilder vor dem inneren Auge sehe, war mir eigentlich schon immer klar. Habe das aber nie fĂŒr bemerkenswert gehalten, weil ich dachte, das geht allen so.

Genauso wie allen anderen nicht verstÀndlich war, dass jemand eben KEINE Bilder vor dem inneren Auge erzeugen kann.

Das klingt fĂŒr die meisten Menschen krass, aber wenn Du mir sagst: Stell Dir mal das Gesicht Deiner Tochter oder Deiner Freundin vor, dann geht das halt nicht. No big Deal.

Wie gesagt, denke ich nichtmal, dass mir etwas fehlt, sondern, dass ich eben die Welt anders wahrnehme und wiedergebe. Mehr in Konzepten, in Worten, GerÀuschen.

Das kann ja durchaus ein Vorteil sein.

Manche Dinge funktionieren dafĂŒr nicht. Romane mit ausschweifenden Beschreibungen zum Beispiel. Beim Anfang vom Herrn der Ringe im Auenland oder die meisten Stephen King BĂŒcher langweilen mich zu Tode. Auf der anderen Seite wiederum habe ich viele meiner Lieblingsautoren in Buchempfehlungen fĂŒr Aphantasten wieder gefunden, in denen eben mehr Konzepte, Wissen und Handlungen im Mittelpunkt stehen oder Dinge beschrieben werden, zu denen ich mir einfach die passenden Bilder angucken kann. Wie bei Dan Browns Stories zum Beispiel.

Oder die typischen Methoden von GedĂ€chtniskĂŒnstler:innen wie Sherlock Holmes Mindpalace erschließen sich mir ĂŒberhaupt nicht.

GefĂŒhrte Meditationen und Gedankenreisen sind mir auch eher fremd.

Warum ich das erzÀhle?

Um es fĂŒr mich selbst fetzuhalten und anderen die Möglichkeit zu geben, drauf zu stoßen.

Und vor allem:
Anderen den Zugang fĂŒr das Thema eröffnen, auch wenn sie NICHT selber betroffen sind.

Weil:
Es ist verdammt frustrierend, wenn Dir jemand sagt: „Stell Dir mal nen roten Stern vor!“ oder alltagstauglicher: „Stell Dir vor Du stehst am Meer…“ und Du kannst das gar nicht. Weißt das aber nicht.
Dann ist es doch hilfreich, wenn Dein gegenĂŒber zwar mit dem Kopf voller Bilder da steht und von sich aus fragen kann: „Sach mal, wenn ich dich bitte, Dir was vorzustellen – kannst Du das dann?“

Gerade in der Schule wĂ€re es hilfreich, wenn Lehrer:innen ĂŒber solche Dinge wie Afantasie bescheid wĂŒssten. Sodass sie nicht automatisch davon ausgehen, alle SchĂŒler:innen können sich auf Knopfdruck was vorstellen.

Ach, Lehrer:innen und Schule ist glaube ich eines der nĂ€chsten Themen 😉

Wenn Du mir was zum Thema Aphantasie erzÀhlen magst, gerne an hallo@LXKHL.com

Photo by Robert Lukeman on Unsplash

Einfach mal nen Grappling-Hook bauen

Zugegeben: Ich habe mir als Kind auch einen RaketengĂŒrtel wie Phanotmias gebaut. Allerdings aus Klopapierrollen und dementsprechend eingeschrĂ€nkter FunktionalitĂ€t.

Built IRL hat statt dessen gleich mal einen voll funktionsfĂ€higen Grappling Book gebastelt. Ach, ich möchte auch nochmal jung und mit viel Zeit in einer Werkstatt eingeschlossen sein 😀

Wie erleben Bielefelder den Lockdown in s/w?

Behind the Window ist eine aehr schöne Fotoaktion von Veit Mette und der nw (hoffentlich verschwindet der Artikel nicht wieder hinter unsÀglichen Paywall).

Veit hat einen Sack voll Bielefelder:innen in schwarz/weiß photographiert und erzĂ€hlt in kurzen AbsĂ€tzen wie sie den ersten Corona Lockdown erleben.

https://www.nw.de/lokal/bielefeld/mitte/22745626_Behind-the-window.html?fbclid=IwAR25S_NY_Xs3cXT68TzN5etecPZYbbrzXl2KEeU6hxmCG9jtyUHfb3zCk2w