Recht haben

Ich gebe zu: In jungen und unerfahrenen Jahren, war es so etas wie eine spoortliche Herausforderung f├╝r mich, Recht zu haben.

Das f├╝hrte soweit, dass ich in Diskussionen Finten gelegt, Argumente konstruiert und im Brustton der ├ťberzeugung vorgertragen habe, ohne wirklich von ihnen ├╝berzeugt zu sein. Nur um mein Gegen├╝ber vom Gegenteil zu ├╝berzeugen.

Mittlerweile bin ich sehr froh dar├╝ber weiser geworden zu sein ­čÖé

Auch wenn es mir manchmal mehr als schwer f├Ąllt, versuche ich in Gespr├Ąchen, Diskussionen und Streitereien die objektive Wahrheit[tm] zu finden, aus denen ich Neues [[lernen]] kann.

Vielleicht abgesehen von manchen ausuferungen, wie sie uns die Corona-Pandemie vor Augen gef├╝hrt hat:

Verschw├Ârungsgl├Ąubige sind mir zu anstrengend.

Ich nehme als Beispiel f├╝rs bessere Verst├Ąndnis mal Flat-Earther. Wer ernsthaft argumentiert, die Erde sei flach, will auf einem sehr kleinen Gebiet vor einer sehr kleinen Gruppe einfach nur Recht haben. Da gibt es (au├čer auf einer psychologischen Ebene) nichts zu lernen und solche menschen wollen vor allem eins: Unfrieden stiften und provozieren. Darauf m├Âchte ich nicht reinfallen.
Mein oben beschriebenes fr├╝heres Ich h├Ątte noch „den verbalen Kampf“ aufgenommen.

Mittlerweile ist mir die Macht von Ideologien und Identit├Ąten bewusst geworden. Wenn jemandes Selbstwert so eng mit einer Ideologie verkn├╝pft ist, will die Person in der Regel Recht haben, weil alles andere mit einem Verlust an Selbstwert gleichzusetzen w├Ąre.

Denn als Verschw├Ârungsgl├Ąubiger haben sie ihren Selbstwert direkt an die Rolle gekn├╝pft „ich bin eine:r der wenigen, die das ganze durchschaut haben.“

Dummerweise ist das Internet ein gro├čer Recht-Haben-Generator:

Fr├╝her w├Ąren so Randmeinungen am Stammtisch einfach abgeb├╝gelt und eine neue Runde Pils bestellt worden. Heute suchen sich die Verschrobenen ihre Echokammern im Web, in Telegram-Gruppen und YouTube-Channels und geben sich ihr Recht gegenseitig hin und her.

So sind Diskussionen, die zu einem gro├čen und objektiven Ganzen f├╝hren nicht m├Âglich.