Sammelst Du oder erschaffst Du?

Eigentlich mag ich den englischen Begriff Creator sehr viel lieber als Erschaffer:in. Schlimmer ist noch ÔÇ×Macher:inÔÇť. Aber erschaffen ist ein Kompromiss ­čÖé

Ich habe jahrzehnte meines Lebens damit verbracht, Inhalte zu sammeln, zu horten und ins Regal zu stellen. In Ordner sortiert, als Bookmark gespeichert oder in Pocket festgehalten.

Und ein St├╝ck weit ist das sammeln als Inspirationsquelle auch sinnvoll, wie bsw Naval Ravikant, Ryan Holiday, Nassim Taleb und Umberto Eco sagen.

Aber:
Es erschafft auch nur die Illusion von Wissen.
WIe oft ich schon nach Fragmenten von Gdanken gesucht und nicht wieder gefunden habe. Oder sich von 10 aus Google ge├Âffnete man Links hinterher die H├Ąlfte als meine eigenen, l├Ąngst vergessenen herausgestellt haben.

Und schlimmer noch:
Ich bei einigen Notizen nicht mehr wusste, ob ich den Gedanken selber hatte oder ob den jemand anders gedacht hat und ich einfach den Link nicht mehr wieder finde.

Der beste Ansatz, um etwas WIRKLICH zu verstehen ist:
Eigenen Content aus den Erkenntnissen zu machen und sie zu erkl├Ąren. 

In eigenen Worten.
Dann ver├Âffentlichen.
Und einen Feedback Loop erzeugen.

  1. Sammeln 
  2. Verkn├╝pfen
  3. Erzeugen

Erschaffen eben.

Siehe auch Richard Feynman Methode

Bild: Richard Feynman, 1984 Copyright Tamiko Thiel 1984 ÔÇó CC BY-SA 3.0

Mehr B├╝cher als man jemals lesen kann – aka Tsundoku oder Antilibrary

Lange steigt habe ich mich echt schlecht gef├╝hlt, dass ich VIEL zu gerne B├╝cher gekauft habe, von denen ich dachte, ich wei├č was drin steht sobald ich sie ins Regal gestellt habe ­čÖé

In Japan sagt man dazu auch Tsundoku

Sarah hat mich mit ihrem Tweet dran erinnert, dass ich dazu doch nen Artikel angefangen hatte.

Nassim Taleb sagt in The Black Swan:
Es bereichert unser Leben, wenn wir uns mit B├╝chern umgeben, die wir nie gelesen haben und in die wir nur ab und an mal reinschauen.

Je mehr Du weisst, desto gr├Â├čer und voller sind Deine Regale an ungelesenen B├╝chern. Die symbolisieren, wie viel Du noch WISSEN WILLST.

Das ganze ist auch eine gute Ma├čnahme gegen den Dunning-Kruger-Effekt.

Umberto Eco hat ausgerechnet:
Wir k├Ânnten 25.200 B├╝cher lesen, wenn wir jeden Tag eins komplett lesen – vom 10. bis zum 80. Lebensjahr. Seine Bibliothek umfasste ├╝ber 30.000 B├╝cher und war f├╝r ihn eher ein Symbol daf├╝r, was er alles nicht wusste und ein Inspirationswerkzeug.

Wichtig ist, sich nicht der Illusion hinzugeben, etwas zu wissen, nur weil man dazu ein Bich gelesen hat. Geschweige denn nur eines im Regal stehen.

Das ist aber eher ein Thema f├╝r einen Artikel zu Erschaffen statt sammeln ­čÖé

Au├čerdem hat man so genug B├╝cher in der Sammlung, um das Regal farblich zu sortieren ­čÖé