Du brauchst nicht fĂŒr alles eine Content Strategie

Jau ich weiß, klingt jetzt ein bisschen wie „Oppa erzĂ€hlt vom Krieg, als wir noch mit Holzshcuhen ins Internet gegangen sind und danach ncoh 10 Stunden auf dem Feld mitgeholfen haben“.

Das schlimme ist ja:

Ich selber ertappe mich auch immer wieder dabei. Deswegen gebe ich jetzt dem Impuls einfach mal nach, es direkt aufzuschreiben.

Zerdenk nicht immer alles!

Können wir bitte mal wieder dahin zurĂŒck kommen, dass es OK ist, etwas ins Internet zu schreiben, weil es uns gerade durch den Kopf geht?

Weil wir Feedback und Meinungen dazu zurĂŒck bekommen möchten?

Weil wir den Gedanken einfach nur fĂŒr unser zukĂŒnftiges Ich festhalten möchten? „Hey zukĂŒnftiger Alex: Diesen Gedanken hattest Du schonmal! Wie hat er sich seitdem fĂŒr Dich weiter entwickelt?“

Das ist ein Grund, warum ich das Konzept Blog mittlerweile fĂŒr mich in Digitalen Garten umgeframed habe.

Einer meiner Nachbarn ist KĂŒnstler. Und ab und an stellt er einfach etwas in seinen Garten und wartet die Reaktionen ab. Manchmal ist es ein random Gegenstand, manchmal eines seiner in mĂŒhevolelr Kleinarbeit aus Styropor geschnitzten Kunstwerke wie ein 1,20 hoher Turm, der schwer an eine Kulisse aus Game of Thrones oder Herr der Ringe erinnert, aber dann ganz unten ein kleines Arbeitsamt-Schild trĂ€gt. Und diesen Modus Operandi habe ich lange genug beneidet 🙂

Ich stelle eben Pixeltext gewordene Gedanken in meienn Digitalen Garten

Viel zu viele machen sich viel zu vielere Gedanken darĂŒber, ob jener Beitrag gerade in die Content Strategie passt oder auf die Personal Brand einzahlt. Das kann ja sogar kontraproduktiv sein.
Immer nur den Kram zu posten, der in das Korsett einer persönlichen Marke oder einen Content Plan passt, schrÀnkt total ein. Mich jedenfalls.
Dazu sind meine Interessen und mein Alltag zu abwechselungsreich.
Hat aber auch fast 47 Jahre gedaudert, bis ich das akzeptiert habe.

FĂŒr mich ist die Rechnung ganz einfach:
Wenn irgendwann irgendwer irgendwas mit diesem Text hier anfangen kann. Nur eine Person. Dann ist das schon viel wert. Und es kann sogar sein, dass diese Person ich selber bin.

Und warum schreibst Du es Dir dann nicht privat auf?
Danke JĂŒrgen.
Super Frage.
Ganz einfach:
Weil ich mir Möglichkeiten offen halten will, jemand passenden, den der Gedanke gerade ebenso beschÀftigt, anzuziehen.

FĂŒr alle anderen gilt: BITTE WEITER GEHEN, HIER GIBT ES NICHTS ZU SEHEN.

Ich bin mir manchmal nichtmal sicher, ob die einfachen Möglichkeiten ins Internet zu publizieren nun Fluch oder Segen sind. Mit dem entsprechend wirksamen Filter fĂŒr Schrott und Schwurbel, einem gut funktionieren Entdecker-Algorithmus und einem gehörigen Schuss SerendipitĂ€t geht es eigentlich. Trotzdem sehne ich mich manchmal in die 2000er zurĂŒck, als die technischen HĂŒrden noch so hoch waren, dass sie einen natĂŒrlichen QualitĂ€tsanspruch gewĂ€hrleitet haben.

2 Methoden to rule them all

Ich halte auf zweierlie Weisen auseinander, was fĂŒr mich Blog ist und was Digitaler Garten:

  1. Ersteres veröffentliche ich auch in meinen Social Media KanÀlen, um Resonanz zu erzeugen und schneller Feedback zu bekommen. Letzteres steht hier zwar öffentlich zu lesen, köchelt aber erstmal nur auf kleiner Flamme vor sich hin, bis ich es soweit ausgebaut habe, dass ich es breiter veröffentliche
  2. Kuratieren und verlinken. Meine Digitalen Garten Gedanken verlinke ich untereinander sehr viel stĂ€rker, um daraus ein Netz von Gedanken zu spinnen. BlogbeitrĂ€ge beziehen sich eher auf Ă€ußere Impulse und AnlĂ€sse, bei denen ich lange nicht so hart ĂŒber interne Verlinkungen nachdenke.
    Irgendwann werde ich auch einzelne Seiten gezielt (fĂŒr mich) als Einstiegspunkte in diese Seite zusammen stellen (kuratieren).

Und ganz wichtig:

Es muss mir Spaß machen, hierdrin zu schreiben und zu arbeiten. Ich wĂŒnsche mir sehr, eine Veröffentlichungsfunktion aus Obsidian ins WordPress zu haben. Wird es bestimmt irgenwann auch mal geben. Im Moment ist da noch ganz viel Handarbeit zu tun, um aus dem einen Tool ins andere zu ĂŒbertragen.

Irgendwas is ja immer.

Aber wozu das Ganze?

🧠 ich will ein digitales Zweithirn.

Ein digitales Zweithirn auf das nicht nur ich sondern auch andere zugreifen können.

Und das braucht einerseits technische Strukturen um zu funktionieren, andererseits kreative Freiheiten ĂŒber Facebook, Twitter, Instagram, YouTube hinaus, um die eigenen Ideen und Gedanken so abbilden zu können, wie sie uns in den Sinn kommen.

FuT – Fokus und Tun 😀

Digitales aufrĂ€umen fĂŒr den Algorithmus

Irre wie viel Einfluss wir auf unsere Filter Bubbles haben und auf das, was wir tÀglich an Inhalten, Inspirationen und Informationen aufnehmen und daraus eigene Inhalte und Ideen produzieren.

Wie fast jedes Jahr zum Jahresende hin rÀume ich meine bevorzugten KanÀle auf in denen mich die QualitÀt des Content interessiert.

Aktuell sind das immer noch YouTube und Instagram

Ich möchte dort mehr von den Themen, die mich derzeit besonders interessieren und weniger von den Themen, aus denen ich rauswachse.

Aktuell heißt das:

Filipino Martial Arts wie Eskrkima und Arnis rein – Uhren und Uhren bauen wieder raus

Musikmachen rein – Autos (ein Thema das mich 2006 ĂŒberhaupt erst richtig in Social Media hat einsteigen lassen) raus

Das Thema Digitales GĂ€rtnern, vernetztes Denken, Zettelkasten, Zweithirn rein und selber dazu arbeiten und veröffentlichen – typisches Social Media, Content und Influencer Marketing als Input zurĂŒckfahren.