Angst vorm Unperfekten

Ich bin mit der Arbeitshaltung „entweder Du machst es richtig oder gar nicht“ aufgewachsen.

Eine Haltung, die in einem medizinisch-technischem Beruf wie ihn mein Dad 40 Jahre lang ausgeĂŒbt hat, lebenswichtig sein mag.

In diesem digitalem Umfeld ist sie aber mehr as hinderlich – sie kann tödlich sein.

Seit gut 3 Jahren arbeite ich daran und an mir, Fehler zu erlauben. Bewusst Experimente zu unternehmen und daraus zu lernen.

Trotzdem fÀllt es mir immer noch unheimlich schwer, den inneren Kritiker abzudrehen und einfach mal zu Machen.

DSGVO-Angst

Gut ein halbes Jahr ist die DSGVO nun am Start.

Ich muss gestehen, ich war gar nicht so böse drum, dass meine Blogs um mich herum etwas eingegangen sind.

Die Dinger DSGVO-konform zu machen ist durchaus ein Aufwand, den sich ein eher rebellische Mensch wie ich gerne sparen wĂŒrde.

Mittlerweile gibt es einige schlaue Plugins, die einen vor den schlimmsten Fehltritten (hoffentlich) bewahren.

Andere Dinge wie Google Analytics oder Facebook Pixel habe ich erst gar nicht eingebaut.

Das, was fĂŒr mich zĂ€hlt, ist nicht eine möglichst hohe Anzahl von Klicks, die ich auch wieder nur mit viel Aufwand auswerten mĂŒsste. Sondern vielmehr die QualitĂ€t von Feedback und Kommentaren – gerne auch per E-Mail, Telefon oder persönlich, wer es ganz privat möchte.

Wieso haste denn nun NOCH ein Blog?

Tja, das war so:

Mein Àltestes Blog ist kaputt.

Ein anderes macht keinen richtigen Sinn mehr und wird geÀndert.

Noch ein anderes ist schon lÀnger verwaist.

und ich wollte endlich wieder ein Blog haben, in dem ich genau das machen kann, was ich dem Peter letztens in unserem GesprĂ€ch drĂŒben im comspace Podcast geraten habe:

Öffentlich nachdenken.

Bloggen ist öffentliches Nachdenken?

Ja. Also zumindest fĂŒr mich ist das eine der Hauptaufgaben fĂŒrs Bloggen.

Du schreibst ĂŒber Dinge, die dich beschĂ€ftigen, die dich interessieren, Ă€rgern, faszinieren, ĂŒber die du mehr weißt als viele andere oder die ganz neu sind und ĂŒber die du deswegen mehr wissen willst – von anderen.

Mit Blogpostings kann man auch heute noch die richtigen Menschen anziehen, die einem ihre Erfahrungen erzĂ€hlen drunter kommentieren (davon bin ich jedenfalls immer noch schwer ĂŒberzeugt.)

Und ZACK.:
Kannst Du dich weiter entwickeln und Dinge entdecken, von denen Du vielleicht noch gar nicht wusstest, dass es sie gibt.

Diese SerendipitĂ€t durch Menschen von außen ist, es, die das Bloggen fĂŒr mich auch in 2020 immer noch so wertvoll macht.

Und außerdem ist mein Gedanke, dass ich hier Ideen fĂŒr Videos testen und entwickeln kann, ohne gleich die ganze Arbeit voll ins Video zu stecken.

Digitaler Text ist fĂŒr mich immer noch das allerallerallerbeste Medium um mit Ideen und Gedanken zu experimentieren. Besser als Zettel und Stift, besser als Kameras, Mindmaps oder DiktiergerĂ€t.

Und fĂŒr euch als Leser ist das auch am einfachsten aufzunehmen,

Heißt es eigentlich DAS oder DER Blog?

nennt es, wie ihr wollt.

ich werde so lange DAS blog sagen, wie es auch DAS Logbuch und nicht DER Logbuch heißt.

entscheidet einfach selbst.

in sĂŒddeutschland sagt man ja auch das e-mail und nicht die e-mail.

.oO(ob ich einfach mal anfange DER e-mail zu sagen und schaue ob es ĂŒberhaupt noch wen interessieren wĂŒrde?)Oo.